Hartz IV: Arbeitslosenstatistik für Nordfriesland bis Juli nur eingeschränkt aussagekräftig


Damit die Bundesagentur für Arbeit monatliche Arbeitslosenstatistiken erstellen kann, fragt sie bundesweit bei den Arbeitsgemeinschaften und den optierenden Kreisen die regionalen Zahlen ab und führt sie in Nürnberg zusammen. Die meisten dieser Zahlen, die in 15 standardisierten Modulen erhoben werden, hat der Kreis Nordfriesland richtig, vollständig und rechtzeitig für die Februarstatistik nach Nürnberg melden können. Dabei geht es zum Beispiel um die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Kreis sowie um Förderleistungen, Stellenangebote und finanzielle Fragen.

»Lediglich für ein Modul fehlen uns die Daten noch«, erläutert Axel Scholz, der stellvertretende Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Soziales der Kreisverwaltung. Dabei geht es um die Frage, wie viele Personen im Kreisgebiet im Sinne des Paragraphen 16 des Sozialgesetzbuches III (SGB III) als arbeitslos gelten. Danach ist arbeitslos, wer eine versicherungspflichtige Beschäftigung sucht und für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung steht.

Dem Kreis ist zwar bekannt, wie viele Nordfriesen Arbeitslosengeld II (ALG II) beziehen. Doch nicht alle fallen unter die gesetzliche Definition des SGB III. Das sind zum Beispiel alleinerziehende Elternteile, die nur wegen fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten momentan erwerbslos sind. »Auch Menschen, bei denen erst ein Vermittlungshemmnis, etwa eine Suchtkrankheit, beseitigt werden muss, bevor sie wirklich für Vermittlungsbemühungen zur Verfügung stehen können, sind erwerbslos, dürfen aber nicht in die Bundesstatistik einfließen. Auf wie viele Nordfriesen dies zutrifft, geht aus den Akten jedoch noch nicht hervor«, erklärt Scholz.



Nordfriesland


Bevor sie beurteilen können, ob ein ALG II-Bezieher den Voraussetzungen der bundesweiten Statistik entspricht, müssen die Fallmanager in den Sozialzentren also mit jedem einzelnen Hilfeempfänger sprechen. Diese Gespräche haben bereits begonnen, denn sie sind ohnehin die Voraussetzung für jede Form der Arbeitsvermittlung. In ihnen werden die Stärken, Schwächen und Möglichkeiten jedes Einzelnen untersucht und dann die nächsten Schritte vereinbart – immer mit dem Ziel der Vermittlung in den Arbeitsmarkt. Axel Scholz geht davon aus, dass die Gespräche bis Ende Juni 2005 abgeschlossen werden. Da die Fallmanager ihre auf diese Art erhobenen Daten fortlaufend in die EDV eingeben, kann der Kreis zwar Monat für Monat belastungsfähigere Daten nach Nürnberg melden, doch einen wirklich verlässlichen Überblick wird erst die Juli-Statistik bieten.

Nach Einschätzung der Kreisverwaltung wird es dieses Phänomen in mehr oder weniger starker Ausprägung und mit im Einzelfall sicherlich auch abweichenden Bearbeitungszeiten in ganz Deutschland geben.

Autor: Hans-Martin Slopianka, 08.03.2005
Quelle: Amt für Jugend, Familie und Soziales









Lesenswertes über Nordfriesland

Anzeige:
Ferienhäuser in Dänemark


Nordfriesland Online



viereck  ÜBERSICHT NEWS NF


viereck  Agentur f. Arbeit Husum

viereck  Shop Thema Arbeit


Anzeige: