
Was dem einem der Karneval, ist dem anderen die Biike.
Rote Nasen gibt es dort wie hier. Dort vielleicht dank eines kleinen Kölsch
und hier in Nordfriesland vermacht der Getränkestand bei den jeweiligen
Biikefeuern mittels mehrerer Glühweine den Besuchern rote Backen und
Nasen.
Auch hat das Wetter bei uns, obwohl meist den ganzen Winter durch recht lauwarm,
die Angewohnheit, genau an diesem Tage bitterkalt zu sein. So meine Erinnerung.
Jedenfalls treffen sich am 21. Februar an der Westküste an vielen verschiedenen
Orten tausende Menschen zur Biike. Die meist alten Tannenbäume werden
zu riesigen Haufen aufgestapelt, oben drauf kommt noch eine Strohpuppe, denn
echte Opfergaben dürfen die Nordfriesen auch nicht mehr nutzen und dann
hat die Feuerwehr Alarm. Mit etwas "Brandbeschleuniger" wird der
ganze Biikehaufen angesteckt.

Das wird dann so richtig heiß, jedenfalls äußerlich und da
das nicht ausreicht, rennen alle zum Glühweinstand und kippen erst einmal
ein paar Tassen runter. Seit Jahrtausenden geht das so, ein Gott namens Wotan
soll mit diesem Brauch, der Biike, wohl gesonnen werden und die eisige Jahreszeit
vertreiben. Später hatte der Pastor etwas gegen diesen Brauch und da
alle Nordfriesen Pharisäer sind, machten sie angeblich fortan die Biikefeuer,
um die Walfänger zu verabschieden, die nun nach dem Winter wieder für
Monate in See stechen mußten.
Einen Tag später ist dann der St. Petritag, auch heute noch kräftig
auf Sylt gefeiert. Die Kinder haben sogar schulfrei. Der
22. Februar ist der Tag des Schutzpatrons der Walfänger. Sagt man. Aber
vielleicht haben sich ja auch nur die Frauen gefreut, das die Männer
endlich am 21. Februar wieder abgehauen sind und daraufhin ordentlich einen
drauf gemacht. So ein arbeitsloser Mann den ganzen Winter über im Hause
ist ja auch nicht das Wahre.
Egal, die Nordfriesen feiern immer noch die Biike, obwohl hier wohl nicht
ein einziger Walfänger noch ausläuft. Selbst die Krabben kommen
ja inzwischen woanders her. Nur ein paar (Krabben) kommen noch aus Nordfriesland.
Dies zur Ehrenrettung der Fischer hier.

Nach der Biike gehen dann alle ins Gasthaus und dort, das gehört dazu,
gibt es Grünkohl mit Kassler und Schweinebacke, einen Punsch und natürlich
einen ordentlichen Schnaps. Und wer noch stehen kann, der freut sich auf die
abendlichen Tanzveranstaltungen.
Kurz und gut: Die Biike muß man mitgemacht haben, wenigstens etwas Spaß
in unseren trüben Wintern.
Die wichtigsten Biikefeuer in Nordfriesland am 21. Februar 2005:
In allen Orten auf Sylt, also z.B. List, Westerland, Kampen, Keitum,
Hörnum usw.
Mit Nachmittagsprogramm und abendlichen Feten.
Auf Föhr und Amrum. Und auf den Halligen, also z.B. Langeness und Hooge.
Auf Nordstrand und Pellworm.
Festland:
Niebüll, Risum-Lindholm, Bargum, Stollberg, Bredstedt, Hattstedter
Marsch, Husum am Dockkoog, Rantrum, Simonsberg und in St. Peter-Ording.
Hier finden Sie alle ausführlichen Veranstaltungen zum Biikebrennen:
Abschied vom Winter beim Pellwormer „Biikebrennen“
vom 19. bis 22. Februar
4-tägiges Programm schon ab 33,- Euro pro Person
Pellworm, 10. Februar 2005 – Im Februar wird auf Pellworm wieder der
alljährliche nordfriesische Brauch des Biikebrennens zelebriert. Das
Fest, bei dem traditionsgemäß der Winter verabschiedet wird, findet
am Petri-Tag, dem 21. Februar, statt. Auf Pellworm wartet auf die Gäste
ein buntes Programm mit Musik, ein Klönschnack am Feuer und für
das leibliche Wohl werden Bratwurst und Glühwein gereicht. Nach dem Biikebrennen
geht es dann zum traditionellen Grünkohlessen. Das 4-tägige Programm
mit Erzählnachmittage, Kaffeetafel und traditioneller Musik rund ums
Biikebrennen ist schon ab 33,- Euro pro Person inkl. Kurtaxe bei der Touristen
Information Pellworm buchbar. Zahlreiche Unterkünfte jeder Kategorie
sind auf der Internetseite www.pellworm.de oder bei der Tourist Information
Pellworm buchbar.
Das Biikebrennen ist laut Überlieferung ein alter heidnischer Brauch. Jahr für Jahr brennen nach altfriesischer Sitte auf den nordfriesischen Inseln mehr als 60 Scheiterhaufen, um bei einer Feuerrede, Musik und Festumtrunk die Dämonen des Winters zu vertreiben. Mittlerweile hat das Biikebrennen bei den Friesen den Status eines Nationalfestes. Durch die beiden großen Fluten und durch die Weltkriege ging auf Pellworm fast alles an überliefertem Brauchtum verloren. Erst seit 1945 siedelten sich allmählich wieder alte Bräuche wie das Biikebrennen, Ringreiten oder das Hafenfest.
Weitere Informationen zum Angebot und Buchungen bei der Kurverwaltung Pellworm unter Tel. 04844 / 189- 40, Fax 04844 / 189 44 oder info@pellworm.de.