Johnny Cash starb am 12. September 2003 im Alter von 71 Jahren – und doch lebt seine Legende weiter. Erstmals wird es nun ein Album geben, das seine gesamte Karriere von 1955 bis 2003 abdeckt: Ring of Fire: The Legend Of Johnny Cash (Universal Music Group/Sony BMG); es erscheint weltweit am 14. November. Der von 20th Century Fox produzierte Kinofilm Walk The Line, der das Leben des jungen Cash nachzeichnet und u.a. mit Schauspielern wie Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon glänzt – viele der Best-Of-Songs werden auch im Film gespielt –, wird in den USA am 18. November anlaufen, der internationale Filmstart ist für Januar 2006 geplant.
Mit 21 Aufnahmen, die ursprünglich bei Sun, Columbia,
Island und American Recordings erschienen sind, ist Ring of Fire: The Legend
Of Johnny Cash die erste Compilation, auf der auch neuere Stücke aus
seiner Zeit bei Rick Rubins American Recordings vertreten sind. Zudem wird
dem Album ein sechzehnseitiges Booklet beiliegen, bestehend aus exklusiven
Fotos und einem Essay des renommierten Autors Rich Kienzle.
Cashs Songs aus der Sun-Records-Phase sind u.a. seine erste Single „Hey,
Porter”, „Cry! Cry! Cry!”, ein von Cash geschriebener und
von Sam Phillips produzierter Country-Hit, der es in die Top-20 schaffte.
Mit ihrer Mischung aus Country und Rock’n’roll, die sich durch
Songs wie „Folsom Prison Blues“, „I Walk The Line“
und „Get Rhythm“ zog, landeten sie weitere gemeinsame Hits. Zudem
sind aus seiner Sun-Phase die Songs „Big River“ und „Guess
Things Happen That Way“ vertreten, beide sind aus dem Jahr 1958.
Cash unterzeichnete seinen Vertrag bei Columbia im Jahr 1958, und fünf Jahre drauf hatte er mit „Ring Of Fire“ einen riesigen Pop-Hit. Er hatte die Ballade gemeinsam mit June Carter geschrieben, die 1967 gemeinsam mit Cash das Duett „Jackson“ aufnahm und später seine Ehefrau wurde. Weitere zwei Jahre darauf brachte sein Johnny Cash At San Quentin-Livealbum seinen insgesamt größten US-Hit hervor: „A Boy Named Sue“, ein Song aus der Feder von Shel Silverstein.
Mit dem 1979 veröffentlichten „Man In Black“
definierte Cash seine ganz persönliche Philosophie – der Titel
blieb sein Spitzname für den Rest seines Lebens. Außerdem sind
aus seiner Zeit bei Columbia auch die Songs „A Thing Called Love“
(1972 ein Top-5 Hit in Großbritannien) und das 1985 veröffentlichte
„Highwayman“ (mit Willie Nelson, Waylon Jennings und Kris Kristofferson)
auf der Compilation vertreten.
Cash unterzeichnete 1986 seinen Vertrag bei Mercury, und Ring of Fire: The
Legend Of Johnny Cash beinhaltet aus dieser Zeit den Track „The Wanderer“,
ein Duett mit U2, geschrieben von Bono und seiner Band, der auf deren 1993er
Album Zooropa erschienen ist. Ebenfalls im Jahr 1993 trat Rick Rubin, der
mit seinen Produktionen für diverse Rap- und Rock-Künstler bekannt
geworden war, erstmals an Cash heran und bot ihm Aufnahmen jedweder Art an.
Die American Recordings aus dem Jahr `94 brachten Cash der jüngeren Generation
nah; er selbst gewann damit einen Grammy für das Beste Zeitgenössische
Folk-Album.
Auf dem 1996 erschienenen Unchained-Album lieferte Cash unglaublich beeindruckende Interpretationen von Soundgardens „Rusty Cage“ und dem Hank Snow-Klassiker „I’ve Been Everywhere“, dieses mal war es der Grammy für das Beste Country Album, den er dafür bekam. Nachdem er – wie gesagt – bereits mit U2 kollaboriert hatte, fertigte Cash für sein American III: Solitary Man-Album eine Cover-Version von deren Hit „One“ an. Im Jahr drauf widmete er sich auf American IV: The Man Comes Around dem Klassiker „Give My Love To Rose“ und gab sowohl Depeche Modes „Personal Jesus“, als auch Nine Inch Nails „Hurt“ ein völlig neues Klanggewand. (Das Video zu seiner Version von „Hurt“ wurde im gleichen Jahr sechsmal bei den MTV-Awards nominiert und gewann zudem den Grammy als bestes „Short Form Music Video“)
Heute, 50 Jahre nach seinem Debüt als Musiker, ist Johnny Cash zu einer unsterblichen Legende der amerikanischen Musikwelt geworden.




