
Zugegeben: Nach nunmehr acht Jahren internationale Popkarriere im gleißenden
Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit vermag man als vermeintlich gut
informierter Musikbiz-Beobachter schon mal dem Irrglauben erliegen, einen Weltstar
wie Ricky Martin völlig zu durchschauen. Doch wer sich einbildet, anhand
des bislang veröffentlichen Ouevres von sieben Alben auch den künftigen
Output des puertoricanischen Superstars vorab einigermaßen zutreffend
einschätzen zu können, sieht sich angesichts des neuen Albums „Life“
getäuscht. Denn eine ganz so simple Angelegenheit wie der Titel verspricht,
ist das Werk keineswegs: Für „Life“ – seinen ersten Longplayer
in englischer Sprache seit fast fünf Jahren – ließ sich der
34jährige von einer Vielzahl unterschiedlichster Musikstile inspirieren,
von Rock und orientalischen Sounds über asiatische Elemente und HipHop
bis hin zu Pop und Reggaeton.
Zusammen mit einem Dream Team an Songschreibern und Produzenten - u.a. George
Noriega and Danny López, Scott Storch, Sean Garrett, will.i.am (Black
Eyed Peas), Luny Tunes und dem Erfolgs-Songwriting/Produktions-Teams The Matrix
(Avril Lavigne, Liz Phair etc.) - arbeitete Martin monatelang an den zwölf
Stücken des Albums, die er zum überwiegenden Teil auch mitkomponierte.
Dabei fiel der Latin-Pop-Ikone am Entstehungsprozess des Albums, das in Miami,
Los Angeles und Kairo entstand, eine weit gewichtigere Schlüsselrolle zu
als je zuvor. Bei der Umsetzung seiner Ideen halfen ihm Künstler wie Fat
Joe und Amerie (bei der Single „I Don't Care”), Voltio (bei „I
Am”), Daddy Yankee und Taboo von B.E.P. (bei „Drop It On Me”).
Das komplette Tracklisting liest sich so: „Til I Get To You”, „I
Won't Desert You”, „I Don’t Care”, „Stop Time
Tonight”, „Life”, „I Am”, „It’s Alright”,
„Drop It On Me”, „This Is Good”, „Save The Dance”,
„Que Mas Da (I Don’t Care)” (Luny Tunes Reggaeton Mix) und
„Déjate Llevar” („It’s Alright” auf Spanisch).
„Ich habe mich mit großartigen Produzenten und Komponisten getroffen,
jungen Leuten, die sich hundertprozentig ihrer Kunst verschrieben haben“,
sagt Ricky über „Life“. „Wir sind Risiken eingegangen,
wir haben uns auf musikalisches Terrain gewagt, das wir vorher noch nie betreten
hatten und aus diesem Grund ist es ein sehr spontanes Album geworden. Wir haben
uns beim Musikmachen nicht an irgendwelche Regeln gehalten. Ich wollte bei Null
anfangen, als wenn es mein erstes Album wäre, damit ich einen ganz neuen
Sound ausprobieren kann.“
Ricky Martin reiste u.a. nach Indien, um die Streicher-Arragengements für
sein neues Album aufzunehmen. Um sich auf die Strapazen der bevor stehenden
Reisen anlässlich der kommenden weltweiten Veröffentlichung angemessen
vorzubereiten, trainierte er Capuera, eine harte, brasilianische Kampfsportart.

„Das Album ’Life’ ist ein
Manifest meiner Philosophie, dass das Leben nicht eindimensional ist“,
sagt Ricky Martin. „Nachdem ich einige Zeit Ruhe hatte, und nicht ständig
auf der Bühne stehen musste, hatte ich die Gelegenheit zu reisen und meine
Gedanken mit Leuten auf der ganzen Welt auszutauschen – von Brasilien,
Thailand, Indien, Ägypten – Menschen aus allen Lebensbereichen. Durch
die Erfahrungen, die ich in den verschiedenen Kulturen gemacht habe, wurde mir
klar, wie wir alle miteinander verbunden sind. Ich konnte mich auf die einfachen
Dinge konzentrieren, die dem Leben Kraft geben. In jedem Song des Albums beschreiben
wir – sei es durch Texte oder Musik – Geschichten, die nicht nur
meine persönlichen Erfahrungen widerspiegeln, sondern auch Situationen,
die ich als Betrachter erlebt habe. Das Album ist das Resultat dieser Erfahrungen.“
“Ich würde mein Album ‚global’ nennen. Mein Traum ist
es, die verschiedenen Arten zu Leben durch meine Musik zu vereinen. Aus diesem
Grund habe ich unterschiedliche Musikstile in mein Album integriert –
damit die Menschen überall auf der Welt etwas damit anfangen können.“
Auf „I Don’t Care“, der ersten Single-Auskopplung aus „Life“,
sind neben Ricky auch Rapper Fat Joe und Sängerin Amerie (Hit: „1
Thing“) zu hören (der Billboard-Kommentar zu der Single: „…crafty
melody that takes less than one listen to haunt the eardrums….a track
deserving of a welcome home celebration….it is great to have this class
act back in the game.”)
Die DualDisc-Version von “Life” enthält einen exklusiven Blick
hinter die Kulissen und zeigt Ricky Martin während der Aufnahmen zum Album,
beim Foto-Shooting und beim Videodreh – stets versehen mit offenherzigen
Audio-Kommentaren des Künstlers selbst. Darüber hinaus ist das Video
zu „I Don’t Care“ sowie der Clip der spanischen Version mit
dem Titel „Que Mas Da“ zu sehen.
Im November 2000 erschien Martins letztes „internationales“
Album mit dem Titel „Sound Loaded“, das u.a. die Hitsingles „She
Bangs“ und „Nobody Wants To be Lonely“ (im Duett mit Christina
Aguilera) hervorbrachte. 2003 wurde „Almas Del Silencio“, Ricky
Martins letztes Album in spanischer Sprache veröffentlicht, das ebenso
wie „Sound Loaded“ die Media Control Top 20 erreichte. In den USA
enterte „Almas Del Silencio“ die Billboard Top Latin Charts auf
Position eins und wurde 1999 mit einem Grammy in der Kategorie „Best Latin
Pop Performance” ausgezeichnet. Unter den zahlreichen Auszeichnungen,
die er in seiner Karriere bislang erhielt, wurden ihm u.a. die Titel „World’s
Best-selling Pop Male Artist” and “World’s Best-selling Latin
Artist” bei den World Music Awards und der Billboard-Award “Male
Artist Of The Year” und „Male Hot 100 Singles Artist Of The Year“
verliehen.
In seiner Karriere verkaufte Ricky Martin weltweit über 20 Millionen Alben,
allein sein Nummer-Eins-Album „Ricky Martin“ erhielt Siebenfach-Platin
in den USA. „Sound Loaded“ verkaufte sich weltweit mehr als fünf
Millionen mal und wurde in 26 Ländern mit Edelmetall bedacht. Der Durchbruch
in Deutschland gelang ihm 1997 mit dem Media-Control-Top-3-Hit
„(Un Dos Tres) Maria”. 1998 folgte mit „The Cup Of Life”
sein erster Nummer-Eins-Hit hierzulande.
Ricky Martin Chart History (Deutschland):
„(Un Dos Tres) Maria“ (1997) - Platz 3
„The Cup Of Life“ (1998) – Platz 1
„La bomba“ (1998) – Platz 90
„Livin’ La Vida Loca“ (1999) – Platz 6
„She's All I Ever Had“ (1999) – Platz 18
„Private Emotion“ feat. Meja (2000) – Platz 21
„She Bangs“(2000) – Platz 34
„Nobody Wants To Be Lonely“ mit Christina Aguilera (2001) –
Platz 5
„Loaded“ (2001) – Platz 74
„Jaleo“ (2003) – Platz 45
„Juramento (The Way To Love)” (2003) – Platz 92