In Zeiten wie diesen, in denen Pop-Gruppen übereifrig angekündigt werden und sich noch schneller wieder verabschieden, immerzu neue Gesichter auf den Plan treten, durch die sprichwörtliche Decke gehen und schließlich doch wieder am Himmel verglühen wie billige Silvesterraketen, scheinen die Sugababes einer überaus seltenen Spezies anzugehören. Sollte die Welt des Pop eigentlich unter diesen Zuständen leiden und dieses Problem zu spüren bekommen, so hat das wohl niemand den drei Babes mitgeteilt – denn die bereiten sich derzeit darauf vor, ihr fünftes Album "Change" (VÖ:19.10.07) zu veröffentlichen:

Während die neue klangliche Ausrichtung einerseits das Produkt von Experimenten mit neuen Stilen, Produzenten und Co-Songschreibern ist, kann man auf dem kommenden Album auch miterleben, wie sich Amelle, Heidi und KeishaDallas Austin („Push The Button“, „Walk This Way“) aus Atlanta und das Xenomania-Kollektiv („Round Round“, „Hole In The Head“), auf das sie in einem überaus schaurigen Dorf in Kent trafen, in dem man auch „Inspector Barnaby“ hätte antreffen können. Mit den restlichen Songs des Albums kombiniert, ergibt sich eine stilistische Bandbreite, die zwar einerseits ganz klar als Fortsetzung des Sugababes-Sounds durchgeht und zugleich alles dransetzt, etwas Neues und Aufregendes zu kreieren – etwas, das es so noch nicht gab. Zu den herausragenden Tracks des Albums zählen u.a. „Never Gonna Dance Again“, eine weitere Hymne, in der das Ende einer Beziehung thematisiert wird, und zwar – ganz wie im wirklichen Leben – auf einer Tanzfläche: vom nüchternen Blick zurück auf die ersten gemeinsamen Tänze, noch unbekümmert und glücklich, bis hin zu den gleichgültigen letzten Zügen einer gescheiterten Beziehung. (Der finale Ausruf des Songs, „it’s over... it’s over“, aus und vorbei, wird ausnahmslos jedes Herz erweichen!) „Change“ hingegen, eine durchweg von gurgelnden Electro- und Synthie-Sounds durchzogene und an William Orbits Produktionen erinnernde Nummer, ist eine weitere große Ballade der Sugababes – sie hat jetzt schon einen Platz neben Klassikern wie „Too Lost In You“ und „Caught In A Moment“ sicher. Dagegen wird auf „Denial“ die rockige und ungeschliffene Seite der BabesSugababes kombiniert. Und schließlich ist „Goodbye“ mit dem eingängigsten Refrain ausgestattet, den man dieses Jahr zu Ohren bekommen wird.erneut mit denjenigen Produzenten zusammentun, die ihnen bereits vier Nummer-Eins-Singles beschert haben:präsentiert, wenn sie sich klanglich fast schon vor „Standing In The Way Of Control“ verneigen, jedoch selbstverständlich mit den unverwechselbaren Harmonien der
Insbesondere dem Neuzugang Amelle fiel die Arbeit am Album sehr viel leichter als erwartet: „Einer Band beizutreten, die es schon so weit gebracht hat, war zunächst natürlich eine unglaublich große Herausforderung. So hatte ich anfangs auch das Gefühl, dass sehr viel Druck auf mir lastete, doch als wir dann mit der eigentlichen Arbeit am neuen Album begannen, stellte sich alles als überraschend einfach heraus – ein regelrechter Spaziergang: Wir gingen ins Studio und es machte Klick.“ Entgegen der Spekulationen im Vorfeld, ist Amelles Stimme weitaus mehr als ein bloßer Ersatz für Mutya, denn ihre einzigartige stimmliche Performance befördert den klassischen Sugababes-Sound auf gänzlich neues Terrain. „Die Arbeit an diesem Album war einfach der Hammer“, fügt Heidi hinzu. „Ich glaube, dass manche Bands an einen Punkt kommen, an dem sie einfach nur ein Greatest-Hits-Album veröffentlichen wollen, um sich dann zurückzulehnen und zu sagen, `Wow, Gott sei Dank ist das jetzt vorbei und wir können uns endlich entspannen.´ Wir jedoch haben das genaue Gegenteil gemacht: Wir haben alles drangesetzt, unser bestes Album aufzunehmen. Ich kann’s kaum abwarten, mit diesem Album auf Tour zu gehen und diese Songs live zu präsentieren.“
Auffällig ist, dass der Gesamteindruck des Albums trotz des reiferen Sounds immer noch der eines astreinen Popalbums ist – ein Popalbum, das den so schon unfassbar eindrucksvollen Leistungen der Band noch einen draufsetzen wird: Bis dato hat die Band über zwei Millionen Singles verkauft; die Babes sind in Großbritannien gleich viermal an die Spitze der Single-Charts gegangen. Zudem haben sie über fünf Millionen Alben verkauft (und insgesamt drei Platin-Auszeichnungen im UK entgegennehmen können), und alles in allem mehr Singles in die Top-10 katapultiert als z.B. die Spice Girls, All Saints, Destiny’s Child oder Bananarama. Doch damit nicht genug: Sie sind nämlich zugleich diejenige Girl-Group mit den meisten Eigenkompositionen in den Top-10 seit der Ära der Supremes! Zu guter Letzt sind sie auch die erste Girl-Group seit den achtziger Jahren, die mehr als drei Hit-Alben vorgelegt hat – womit sie Destiny’s Child, The Three Degrees, die Spice Girls und The Bangles wiederum ausstechen.
Während sie in relativ kurzer Zeit all diese Erfolge feiern konnten, entwickelte sich ihr Name zum Inbegriff von ideenreicher, topaktueller, mutiger und absolut lebendiger Popmusik. Nicht nur haben sie schon längst Popgeschichte geschrieben, sondern auch dermaßen viele Auszeichnungen bekommen, dass man hier nur einen kleinen Ausschnitt erwähnen kann: u.a. ein BRIT-Award (und diverse Nominierungen für weitere BRITs), ein Q-Award, ein Smash-Hits-Award, zwei TMF-Awards, zwei Capitol-Radio-Awards, zwei Elle-Style-Awards, einen Glamour-Gong...
Seit sich die beiden Gründungsmitglieder Keisha BuchananMutya Buena als 13-jährige Teenager auf einer Party erstmals über den Weg liefen, haben die Sugababes eine Menge erreicht; und auch wenn sie heute als Trio anders aussehen als damals, kann man sich nach wie vor sicher sein, dass sie den klanglichen Nagel auf den Kopf treffen. Das wiederum liegt vor allem daran, dass die Sugababes in erster Linie Fans ihrer eigenen Musik sind. „Keiner von uns würde eine Bühne betreten und Songs präsentieren, auf die wir nicht stolz sind“, stellt Keisha abschließend klar. „Und dieses Mal sind wir noch stolzer auf das Resultat als je zuvor.“ und