HATS OFF TO THE BUSKERS
mit THE VIEW

The View


Stell Dir vor, Du könntest Dich ins Jahr 2005 zurückbeamen. Die Szenerie, in der Du Dich dann vielleicht wiederfindest, sieht ungefähr so aus: A&R-Männer aus dem ganzen Land grasen unermüdlich die Post-Franz-Ferdinand-Landschaft von Glasgow ab, um die nächste schottische Sensationsband zu entdecken – dabei befindet sich das, wonach sie suchen, nur einige Hundert Meilen nordöstlich in einem Teil des Landes, der häufig übersehen wird. Aus musikalischer Perspektive gesehen ist die Geschichte der schottischen Stadt Dundee nicht gerade von Erfolgsstorys gepflastert. Gerade mal zwei nennenswerte Beiträge zum Popkanon stammen von dort: The Associates und The Average White Band. Leider endete die eine Gruppe tragisch, und die andere orientierte sich in eine Soul/Funk-Richtung.
Doch all das soll mit The View, der neuesten Hoffnung aus der Stadt der Entdeckungen, nun anders werden. Geradezu alarmierend jung (Durchschnittsalter: 19 Jahre) sind sie: Kyle, Keiren, Peter und Steve gründeten ihre Gruppe aus den Überbleibseln einer alten Coverband, in der sie an ihrer Schule gespielt hatten und deren Repertoire von Squeeze bis hin zu den Sex Pistols so ziemlich alles umfasste. Nachdem sie erst vor einem Jahr den Entschluss gefasst hatten, dass ihre Ambitionen größer waren, als mit „Up The Junction“ in den Pubs und Clubs von Dundee hausieren zu gehen, begannen sie, im Hinterzimmer ihres Stammpubs „The Bayview Bar“ (daher

The View

übrigens der Bandname) ihre eigenen Songs zu schreiben und einzuüben. Als die Band dort rausflog ­– „Ich kann mich nicht genau an den Grund dafür erinnern,“ überlegt Peter, „aber ich glaube, es hatte wohl etwas damit zu tun, dass Kyle mit einem Scooter die Bar entlanggefahren ist,“ – brachen sie zum nahe gelegenen Konzertort „The Doghouse“ auf, wo sie eine Existenz im Stil der Monkees begannen und ihre Songs langsam Form annahmen. Und was für Songs! Scheppernde Poptracks wie „The Don“ und „Superstar Tradesman“ oder die eindringliche Melodie des Ska-inspirierten „Skag Trendy“ zeigen, dass die vier sich in den Gossen der Sozialsiedlungen behaupten konnten, gleichzeitig aber die Sterne nicht aus den Augen verloren haben. Sie kombinieren den hintergründigen Sprachwitz und Humor der Libertines mit dem melodischen Grips von Oasis und The Buzzcocks. Jedes Stück besitzt Hymnenqualitäten, besonders „Superstar Tradesman“, eine Sing-Along-Geschichte über die Plackerei in den Arbeitersiedlungen. „Sein ganzes Leben lang,“ erklärt Keiren, „bekommt man gesagt, 'Besorg dir einen Beruf, einen Job: das ist die einzige Möglichkeit, Geld zu machen'' und man endet damit, dass man all seine Ansprüche aufgibt, nur um ein bisschen Geld zu verdienen. Also hast du schließlich deinen Beruf und kaufst dir eine Gitarre davon und gründest eine Band, aber wenn du abends von der Arbeit nach Hause kommst, bist du zu müde, um auf dem Teil zu spielen. So läuft das bei vielen."

Mit einem Album brillanter Songs brauchten die vier nicht lange, um eine Fangemeinde in ihrer Gegend zu gewinnen, und bereits nach ihrem zweiten Gig kündigte das örtlich ansässige Indielabel „Two Thumbs“ an, mit ihnen eine EP zu veröffentlichen. Schwieriger war jedoch, auch außerhalb der Stadt auf sich aufmerksam zu machen - zumindest solange bis der ehemalige „Rough Trade"-A&R-Mann James Endeacott ihre ersten Demos in die Finger bekam. Seitdem haben sich die Dinge für The View in halsbrecherischem Tempo entwickelt.

Album The View



Sie konnten beobachten, wie sich ihr kleiner Fanhaufen zu einer mobilen Armee entwickelte, die ihren Support-Auftritten und Headline-Shows durchs ganze Land folgte. Und waren verwundert, als sie sich im Zentrum eines Plattenfirmen-Wettstreits wiederfanden, der schließlich endete, als sie bei James Endeacotts neuem Label „1965 Records" unterzeichneten. „Er ist einfach fantastisch, " gibt Peter als Grund dafür an, warum sie sich für „1965" entschieden haben. „Man kann sich wegen des Geldes für jemanden entscheiden, aber wir haben uns für das Label von James entschieden, weil er ein sehr anständiger Kerl ist, der sich richtig in das reinhängt, was wir machen. Es geht uns nur um die Leute und nicht darum, ob jemand ein großes Tier ist oder nicht. Die anderen, mit denen wir gesprochen haben, hatten alle diese 'Wir kommen vom So-und-So-Label und wir könnten Euch ganz groß machen'-Masche drauf, doch James ist einfach bei unseren Auftritten vorne herum gesprungen und hat dabei 'I love you, boys! "I love you, boys!' gerufen."

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Nur wenig später nahmen sie gemeinsam mit Produzenten-Legende Owen Morris, der sich vor allem durch seine Arbeit mit Oasis und The Verve einen Namen gemacht hat, ihr Debütalbum auf: eine Erfahrung, die ihnen schnell die Augen für die Exzesse des Rock'n'Roll öffnete. „Wenn James erzählte, dass er uns zu Aufnahmen mit Owen schickte“, erinnert sich Peter amüsiert, „war die Reaktion, die er darauf bekam, etwa 'Warum zum Teufel schickst Du die Jungs weg, um mit Owen zu arbeiten? Der hat sie doch nicht alle!' und er sagte dann 'Okay, Owen spinnt zwar – aber die Jungs sind völlig geisteskrank!'“ Kyle stimmt zu: „Immer wenn wir im Studio etwas down waren oder etwas nicht richtig lief, sagte er „Jungs, wir gehen jetzt runter in den Strip-Club!' Ein anderes Mal kamen wir darauf, dass ich noch nie Champagner getrunken habe und er hielt die Session an, schleppte uns in ein chinesisches Restaurant und befahl dem Kellner, mir so viel Champagner zu geben, wie ich wollte! Er ist großartig, aber auch ein verrückter Bastard. Ich meine, wir trinken zwar gerne, aber..." Nachdem Stripperinnen, Champagner und Genussmittel abgehakt waren, gelang es der Band trotzdem, ein fantastisches Debütalbum aufzunehmen, was zwar immer noch keinen Titel hat, aber Anfang 2007 auf die Welt losgelassen werden soll.
In der Zwischenzeit ist die Popularität der Band leise, aber massiv angewachsen - dank Bobby Gillespie, der kürzlich The View als seine neue Lieblingsband ausrief, nachdem sie vor kurzem Primal Scream bei einer Handvoll Gigs als Support-Act unterstützt hatten und dank ihres ersten UK-Festivalauftritts auf dem Radio 1's Big Weekend Festival in Dundee, wo ihre lokale Fancrowd das Zelt auseinander nahm, in dem sie spielten. „Ich habe das Gefühl, dass uns das alles genau jetzt passieren soll" sagt Peter. „Eine kleine Band aus Dundee spielt zwei Gigs und unterschreibt bei einem kleinen Label aus Dundee; ein paar Monate später gehen sie zu einem größeren Label, dann gibt es zum ersten Mal ein größeres Festival in Dundee- und wir sind dabei! Und nicht nur das, die Leute sind verrückt nach uns. Es soll einfach so sein. Wir haben früher Bücher über The Libertines gelesen und haben insgeheim gedacht 'Es wäre toll, wenn James Endeacott uns unter Vertrag nehmen würde', und ein paar Wochen später ist er am Telefon und bietet uns einen Plattenvertrag an. Es war schon sehr bizarr." Und es wird wohl noch bizarrer werden. Nachdem sie mit einem Album unglaublicher Songs protzen können und eine stetig wachsende Gruppe von Anhängern haben, muss nun noch der Rest der Gitarrenrock-Enthusiasten herausfinden, was den Einwohnern von Dundee schon lange klar ist (und das auch gerne und unüberhörbar bei jeder Performance der Band zeigen).
Ende Januar dieses Jahres veröffentlichen die Jungs ihr nun schlicht „Hats off to the buskers“ betiteltes Album in UK und alle Zeichen deuten auf eine glatte Nummer Eins Position in den Albumcharts hin. Indeed The View Are On Fire!












CD mit
THE VIEW



The View
CD
Hats Off to the Buskers
von The View


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Texte / Fotos:
Vollkontakt / Red Ink



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