The Zutons -
TIRED OF HANGING AROUND

David McCabe, seines Zeichens Sänger/Gitarrist der Zutons, hat offensichtlich Spaß daran, sich schlecht zu fühlen. Die Songs des zweiten Zutons-Albums „Tired Of Hanging Around“ sind geradezu aus ihm herausgesprudelt, und ein Großteil handelt - wie er äußerst vergnügt feststellt - davon „sich selbst ein wenig das Leben schwer zu machen, z.B. weil man feiern gewesen ist und zu viel getrunken hat, oder weil man jemanden enttäuscht hat.“ Wobei er im gleichen Atemzug einräumt, dass „die meisten Songs eher ironisch gemeint sind“.

The Zutons


Bestes Beispiel dafür ist „It´s Alright“. Die Nummer lebt von der Zutons-typischen Mischung aus Rock und Soul, mit deren Hilfe das Liverpooler Quartett schon 5 Singles ihres 2004er Debütalbums „Who Killed The Zutons“ („Pressure Point“, „You Will You Won´t“, „Remember Me“, „Don´t Ever Think“ und „Confusion“) in die Top 40 der britischen Charts katapultierte. „It´s Alright“ ist eine Hochgeschwindigkeits-Nummer mit rasselnder Percussion, dessen textliche Kernaussage laut McCabe darin besteht, „stark zu sein und dem Kater zu trotzen“, und das er daher als „Neuauflage von „Dirty Dancehall““ beschreibt.

Ein weiterer überspannt-fantastischer Popsong ist die erste Singleauskopplung des neuen Albums, das stampfende „Why Won´t You Give Me Your Love“. „Es fing alles mit einem fetten Riff an“, erinnert sich McCabe. „Wir hatten die Nummer schon seit Ewigkeiten live gespielt, als ich irgendwann feststellte, dass sie einen Refrain brauchte - und mir dann auch ziemlich schnell einer einfiel. Die erste Hälfte des Songs ist natürlich ein Spaß, es geht darum, jemanden zu verfolgen. Der zweite Teil des Stücks handelt dann davon, nicht zu wissen, wen man überhaupt verfolgt - weil man halt nur so aus Spaß irgendjemanden verfolgen will.“ Klingt ein wenig unheimlich, ist aber, so McCabe, „ein unglaublich nettes und lebensbejahendes Stück“. Eine Einschätzung, der sich angesichts des unwiderstehlichen Glamrock-Boogie-Vibes, den der Song ausstrahlt, schwerlich widersprechen lässt.

„Tired Of Hanging Around“ präsentiert ganz eindeutig den neuen, fetteren, irgendwie fleischigeren Sound der Zutons. Aufgenommen Ende 2005 in London unter der Aufsicht von Produzent Stephen Street (u.a. Smiths, Blur, Kaiser Chiefs), spiegeln die neuen Stücke all die Erfahrungen wieder, die die Zutons während der mehr als ein Jahr dauernden Tour zu „Who Killed The Zutons“ gemacht haben. Was jedoch nicht heißt, dass sich auf dem neuen Album Songs finden würden, die davon handeln, für den Mercury Music Prize (2004) oder den Brit Award (2005, in der Katgorie „Breakthrough Act“) nominiert worden zu sein, oder davon, allein in UK 600.000 Alben zu verkaufen. Deutlich hörbar hingegen sind das gestiegene Selbstvertrauen und die gewachsenen musikalischen Fähigkeiten von fünf Musikern, die - gestählt durch Auftritte auf unzähligen Festival und in unzähligen Clubs auf der ganzen Welt - erwachsener geworden und sich näher gekommen sind (gelegentlich sogar zu nahe). Die bei ihren Auftritten als Support von Megastars wie U2, Oasis und R.E.M. gelernt haben, sich auch in Stadien und großen Hallen zu behaupten. Die den Umstand, als erste Band im frisch renovierten New Yorker Museum Of Modern Art auftreten zu dürfen - und das vor 6.000 ausgewählten Angehörigen der ansässigen Kunst-Schickeria - mit einer Art rotzfrecher Unbekümmertheit zur Kenntnis nahmen. Die es geschafft haben, allen Versuche denkfauler Journalisten, sie mit anderen Bands (wie etwa ihren Deltasonic-Labelkollegen The Coral) in eine Schublade zu stecken, in kürzester Zeit das Wasser abzugraben.

The Zutons

Gegründet haben sich die Zutons Mitte 2002. Bandmitglieder der ersten Stunde waren neben McCabe Gitarrist Boyan Chowdhury, Schlagzeuger Sean Payne und Bassist Russell Pritchard, ein paar Monate später stieß Saxophonistin Abi Harding dazu und machte das Line-Up komplett. Noch im September gleichen Jahres veröffentlichte die Band ihre erste Single „Devil´s Deal“, die zweite „Creepin´ An´ A Crawlin“ folgte im Mai 2003. Die zweite Hälfte besagten Jahres brachte die Band im Studio zu, wo sie gemeinsam mit Produzent (Echo & The Bunnymen, The Fall, Terry Hall, The Coral) und Ex-Lightning Seeds-Mastermind Ian Broudie ihr Debütalbum „Who Killed The Zutons“ aufnahm.

 


The Zutons - das neue Album

The Zutons
McCabe gibt inzwischen zu, dass die Zutons „auf unserem ersten Album noch damit beschäftigt waren, uns als Band zu finden. Glücklicherweise stand uns damals Ian Broudie zur Seite, der uns immer wieder anspornte. Beim neuen Album war die Stimmung eine andere, es war mehr Arbeit. Studios sind für mich Orte, an denen ich mich gleichermaßen wohl wie unwohl fühle. Sie können dazu führen, dass innerhalb der Band Spannungen entstehen, die allerdings durchaus positiv sind.“


Während er mit den Zutons kreuz und quer über den Globus tourte, hielt McCabe Augen und Ohren offen. Inspirationen zu neuen Songs holte er sich vor allem auch auf der Amerika-Tour mit den Killers, genauer gesagt von einigen besonders leidenschaftlichen Fans, die die Zutons vor allem auf Grund ihres ständig wachsenden Rufes als exzellente Live-Band für sich gewinnen konnte.

„„Valerie“ und „Oh Stacey Look What You´ve Done“ handeln von zwei Mädchen, die ich in Amerika getroffen habe. Beide Songs sind aus der Sichtweise einer Person geschrieben, die - aus der Ferne - in jemanden verliebt ist“ erklärt McCabe, beeilt sich aber klarzustellen, dass er selbst nicht verliebt sei. „In „Stacey“ geht es um ein Mädchen, dessen Vater gestorben ist. Dieser hat ihr ne Menge Kohle hinterlassen, und so geht sie nun jeden Abend aus und sich betrinkt sich. Wobei die Story natürlich übertrieben ist.“

The Zutons

Was ist mit der Person aus „Valerie“, vermisst David wirklich - wie es im Text heißt - „ihr rotbraunes Haar“? „Nun, ganz so ernst war die Sache nicht, aber es klingt halt gut und irgendwie funky. Dieser Song ist das Ergebnis eines glücklichen Zufalles. Die besten Songs sind ja meist die, welche man ganz schnell schreibt und bei denen man sich nicht lange die Rübe zerbrechen muss. „Valerie“ und „Stacey“ gehören zu den Songs auf dem Album, bei denen ich mich am wenigsten anstrengen musste. Insgesamt hatte ich bei den neuen Songs weniger Zeit als bei denen unseres ersten Albums. Letztlich behält man dann aber eher die, die man in nur 10 Minuten geschrieben hat.“

Und was hat es mit dem Albumtitel “Tired Of Hanging Around“ auf sich? „Der Titel ist sowohl positiv als auch negativ gemeint“ erläutert McCabe. „Der gleichnamige Song handelt davon, von allen ignoriert zu werden, während man an einer Bushaltestelle wartet, davon, wie sehr es nervt, nicht ernst genommen zu werden, und wie sehr einen dies auch wiederum anspornt. Momentan habe ich es ein wenig satt, in Liverpool zu sein, und immer zwischen Liverpool und London hin- und herzupendeln. Ich wäre viel lieber ständig unterwegs und würde live spielen.“

Frustriert und voller Energie, erschöpft vom vielen Reisen und dennoch begierig darauf, wieder richtig durchzustarten - die Zutons sind zurück. Im Gepäck ein fettes, dreistes Album voll drängelnder Saxophon-Phrasen und griffiger Riffs, geprägt von den für die Band so typischen sumpfigen Rhythmen, dem lebhaften Witz der Texte, einer wunderbaren Mixtur aus muskulösem Pop und Hymnen, bei den man wie wild herumhüpfen möchte. „Halt typisch Zutons, nur noch besser“, meint McCabe zu „Tired Of Hanging Around“. „Wir sind fünf Leute in der Band, und wir hatten niemals den gleichen Musikgeschmack. Wir haben uns noch immer nicht auf einen speziellen Sound festgelegt, und genau das finde ich spannend. Ich glaube auch nicht, dass wir das jemals tun werden, vielmehr wird sich unser Sound von selbst entwickeln.“

Jetzt, da die Plackerei im Studio beendet ist, wollen die Zutons endlich wieder das tun, was sie am besten können. Nämlich ihre Songs auf ihre unnachahmlich chaotische Art live aufführen. „Wenn man so viele Konzerte spielen, wie wir es tun, härtet einen das irgendwann ab“, erklärt McCabe nachdenklich. „Ich kann mich inzwischen nicht mehr entspannen, wenn ich immer am gleichen Ort bin. Ich vermute, dass das nun mein ganzes Leben lang so bleiben wird. Ich muss immer in Bewegung bleiben... für die Zutons ist das sicher von Vorteil.“





THE ZUTONS
auf CD



The Zutons

THE ZUTONS
CD Tired of Hanging Around




THE ZUTONS E-Card:
http://...ecard/
Dort kann man das Video anschauen, sich Wallpaper und Screensaver runterladen und das Album bestellen.

Das ZUTONS Pinnball Spiel:
http://...pinball/

Das Video zu "Why Wont You Give Me Your Love?"
high
http://...why_love_256k.asx
low
http://...why_love_56k.asx
 
Video Diary (Making of the album) - BOYANS Adventures
high
http://...full_length_256k.asx
Aufgeteilt in 2 Streams
PART 1
high
http://...zutons_pt1_256k.asx
low
http://...zutons/zutons_pt1_56k.asx
PART 2
high
http://.../zutons_pt2_256k.asx
low
http://...zutons_pt2_56k.asx




THE ZUTONS -


 ÜBERSICHT DVD / CD

 HP The Zutons

Anzeige:







Text/Bilder:
© Red Ink / Vollkontakt






Hinweis: Es ist STRIKT verboten, die Fotos zu verlinken. Kopieren ist nur für private Zwecke erlaubt. Beachtet die Urheberrechte.