Hartz IV und arbeitslose Jugendliche: »Viele Erfolge – aber noch kein Durchbruch«


Seit vielen Wochen stehen nun Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahren im Mittelpunkt in den Sozialzentren. Es gilt, ihre Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu erhöhen. Während in den Sozialzentren in den ersten Monaten dieses Jahres überwiegend Ansprüche geklärt, Leistungen ausgezahlt und übernommene Aktenberge des Arbeitsamtes durchforstet wurden, haben die Jugendlichen nun den absoluten Vorrang, teilte der Kreis Nordfriesland in einem Pressegespräch heute mit.

Der Kreis Nordfriesland als kommunaler Träger ist für die Umsetzung von Hartz IV zuständig. Über 2000 Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre leben in Nordfriesland in so genann-ten Bedarfsgemeinschaften und erhalten Arbeitslosengeld II. 700 von ihnen gehen noch zur Schule, für alle anderen sollen Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen werden.

»Mit über 1300 Jugendlichen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den sieben Sozial-zentren gesprochen: Wünsche, Neigungen, Können - aber auch Hemmnisse der Jugendlichen wurden geklärt«, schildert Dr. Gabriele Lamers, Leiterin des Amtes für Jugend, Familie und Sozi-ales.»Als der Bedarf an Weiterbildung und Qualifizierung fest stand, haben wir in enger Koopera-tion mit den Anbietern beruflicher Bildung im Weiterbildungsverbund Nordfriesland passende Angebote für die Jugendlichen ausgesucht«, so Dr. Lamers weiter.




Nordfriesland


Neben den Zusatzjobs, in die auch schon viele Jugendliche vermittelt wurden, sollen die Angebo-te zu Qualifizierung die Chancen der Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. EDV-Grundwissen aneignen, für das Vorstellungsgespräch trainieren, eine Bewerbung formulieren oder den Hauptschulabschluss erreichen — Ziele, die 420 Jugendliche vor Augen haben, damit sich ihre berufliche Perspektive bessert. Und so konnten tatsächlich bis Ende Mai fast 40 Ju-gendliche einen Ausbildungsvertrag abschließen. Aktuell werden durch die Sozialzentren noch 80 Jugendliche in Bewerbungsverfahren begleitet.

»Die Erfolge sehen wir«, schildert die Amtsleiterin, »und die heimische Wirtschaft und das Handwerk unterstützen so gut sie können, aber noch ist das kein Durchbruch. Es gibt einfach zu wenig Arbeits- und Ausbildungsplätze. Die Rahmenbedingungen müssen sich ändern«, bringt es die Amtsleiterin auf den Punkt.

Für alle Jugendlichen, die in diesem Sommer ihren Schulabschluss erreicht haben und noch kei-nen Ausbildungsplatz haben, ist in diesem Herbst noch eine Nachvermittlungsaktion geplant. Der Kreis wird sich am »Bündnis für Ausbildung« beteiligen. Dies ist eine gemeinsame Aktion der Bundesagentur für Arbeit, dem Land Schleswig-Holstein sowie den Handwerkskammern und der Industrie- und Handelskammer.





Lesenswertes über Nordfriesland

Anzeige:
Ferienhäuser in Dänemark


Nordfriesland Online



viereck  ÜBERSICHT NEWS NF


viereck  Agentur f. Arbeit Husum

viereck  Shop Thema Arbeit


Anzeige:






Autor: Hartmut Pohl, 20.07.2005
Quelle: Amt für Jugend, Familie und Soziales