Hartz IV: Zeitverlust durch fehlerhafte Akten der Arbeitsagentur


An vielen Stellen in Deutschland gibt es Anfangsschwierigkeiten bei der Umsetzung von Hartz IV. Auch im Kreis Nordfriesland tauchen – nach einem Bilderbuchstart – unerwartete Probleme auf. Darüber informierte Landrat Dr. Olaf Bastian die Öffentlichkeit am 9. Februar im Rahmen eines Pressegesprächs: »Wir stellen fest, dass die Akten der ehemaligen Bezieher von Arbeitslosenhilfe, die uns die Bundesagentur für Arbeit übergeben hat, in sehr vielen Fällen so unvollständig sind, dass sie für die weitere Bearbeitung nicht ausreichen. Manche enthalten sogar falsche Daten«, erklärte er.



Das führt zu einem Bearbeitungsstau, unter dem alle Beteiligten leiden: Die Mitarbeiter der Sozialzentren, aber noch mehr deren Klienten, die einen Antrag auf das Arbeitslosengeld II gestellt haben. »Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese Situation zu bewältigen, aber Verzögerungen der Antragsbearbeitung werden wir trotzdem nicht vermeiden können«, sagte Axel Scholz, der stellvertretende Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Soziales im Kreishaus.

 

Kreis Nordfriesland - hoch oben im Norden von Schleswig-Holstein


Viele der rund 3.200 von der Arbeitsagentur übernommenen Fälle müssen völlig neu aufgerollt werden, weil Angaben über die persönlichen Lebensverhältnisse oder die beruflichen Kenntnisse der Betroffenen fehlen oder falsch sind. »Anstatt, wie geplant, schnell mit der Arbeitsvermittlung anzufangen, müssen wir jetzt erst einmal Grundlagenarbeit nachholen«, zitierte Scholz die Mitarbeiterin eines Sozialzentrums. Am schlimmsten trifft es jedoch die Antragsteller: »Manchem hat die Bundesagentur für den Zeitraum Januar bis März 2005 zu viel oder zu wenig Geld bewilligt. Die einen müssen etwas zurückzahlen, den anderen fehlt Geld zum Leben – eine schreckliche Lage«, sagte Scholz. Dazu kommen noch zahlreiche Fragen zu Hartz IV, die die Mitarbeiter in ihrer Arbeit behindern, weil der Gesetzgeber sie noch nicht abschließend geklärt hat.

In den sieben nordfriesischen Sozialzentren liegen jetzt Merkblätter aus, in denen die Situation erklärt und die Antragsteller um Verständnis gebeten werden.

Pressemitteilung Kreis Nordfriesland v. 9.2. 2005







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