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Mehr Geld und bessere Ausbildung für Kindertagespflegepersonen

Autor: CIS am 20.11.2017

Der Beruf der Kindertagespflegepersonen - umgangssprachlich als Tagesmutter bekannt - wird künftig deutlich besser entlohnt: Ab 2018 können die Aktiven sich über eine 21,5-prozentige Gehaltssteigerung freuen. »Damit liegen wir im oberen Drittel Schleswig-Holsteins«, erklärt Landrat Dieter Harrsen. Die Bedeutung der Kindertagespflege nimmt immer weiter zu: Für Kinder unter drei Jahren gilt sie als gleichwertiges Angebot zur Krippe.

Foto: Kreis Nordfriesland

Am 6. Oktober 2017 beschloss der nordfriesische Kreistag aber nicht nur die erhöhte Entlohnung, sondern auch eine erhebliche qualitative Verbesserung der Ausbildung der Kindertagespflegepersonen. »Wir sind zurzeit dabei, unsere Schulungsmodule gründlich zu überarbeiten, um zukünftige Kindertagespflegepersonen dabei zu unterstützen, ihren anspruchsvollen Aufgaben noch besser gerecht zu werden«, erklären Anna Woile und Karin Jacobsen-Jordt aus dem Fachbereich Jugend, Familie und Bildung der Kreisverwaltung. Fünf Interessenten für die neue Schulungsreihe haben sich bereits gemeldet, doch ein Kurs sollte gern aus acht bis zehn Personen bestehen.

»An zahlreichen Stellen des Kreisgebietes herrscht ein Mangel an Kindertagespflegepersonen, die natürlich auch Männer sein können«, erklärt Karin Jacobsen-Jordt. Besonders hoher Bedarf besteht in den größeren Orten Husum, Leck, Tönning, Garding und Sankt Peter Ording, aber auch auf Sylt und Föhr.

Kindertagespflegepersonen dürfen bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen. Ab dem dritten Lebensjahr sollen die Kleinen eine Kita besuchen, um zu lernen, sich in größeren Gruppen zurechtzufinden. Trotzdem bleiben auch viele Familien mit Kita-Kindern auf die Kindertagespflege angewiesen: »Wenn Eltern vor Öffnung der Kita arbeiten müssen, nehmen sie gern die Hilfe einer Kindertagespflegeperson in Anspruch, die die Kinder zum Beispiel von fünf bis sieben Uhr morgens betreut und anschließend zur Kita bringt. Das gleiche gilt täglich ab 17 Uhr, denn viele Eltern haben erst Feierabend, nachdem die Kita schon lange geschlossen hat«, erläutert Anna Woile.

In diesen Randzeiten ist das Gehalt noch einmal um einen Euro pro Kind und Stunde höher. »Reich wird man auch mit der neuen Entlohnung von durchschnittlich 4,92 Euro pro Kind und Stunde nicht, ist Karin Jacobsen-Jordt klar: »Doch der Umgang mit Kindern und die Möglichkeit, sie auf professionellem Niveau in ihrer Entwicklung zu fördern, macht sehr viel Freude. Außerdem genießen Kindertagespflegepersonen eine große Freiheit in ihrer Berufsausübung, weil sie selbstständig tätig sind. Sie können ihrer täglichen Arbeit ein eigenes Profil verleihen, um die Erziehung in der Familie bestmöglich zu ergänzen.« Sie und ihre Kollegin Anna Woile beraten und unterstützen die Interessierten gern bei der Entscheidungsfindung.

Die Ursache für den hohen Bedarf an Kindertagespflege liegt in zwei Entwicklungen: Zum einen sind die Geburtenzahlen in Deutschland heute deutlich höher als alle Fachleute noch vor wenigen Jahren erwartet haben. Zum anderen waren die Strategien von Wirtschaft und Politik zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf so erfolgreich, dass viele junge Mütter heute nicht mehr, wie noch vor einigen Jahren, ihre Elternzeit möglichst lange ausdehnen, sondern schon nach einem Jahr zumindest in Teilzeit wieder in den Beruf gehen wollen.

»Das ist eine positive Entwicklung, die den Kommunen nun allerdings auch zusätzliche Investitionen abverlangt«, stellt Landrat Dieter Harrsen fest: »Statt dass, wie befürchtet, nach und nach etliche Kita-Gruppen schließen, werden momentan im gesamten Kreisgebiet weitere Kinderbetreuungsplätze geschaffen. An vielen Stellen errichten die Gemeinden sogar neue Gebäude.«

Eine Rolle spielt sicherlich auch der Zuschuss von bis zu 100 Euro pro Kind und Monat, um den das Land die Eltern inzwischen bei den Kita-Gebühren entlastet, sofern die Kinder das 3. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. »Damit die Kommunen und der Kreis besser planen können, freuen wir uns, wenn junge Eltern ihre Kinder möglichst frühzeitig in einer Kita oder bei einer Kindertagespflege anmelden. Das erleichtert den Verantwortlichen ihre Organisationsarbeit ganz enorm - und es erhöht die Chancen, an der gewünschten Stelle einen Platz fürs Kind zu bekommen«, erklärt Anna Woile.

Sie und ihre Kollegin freuen sich auf Anrufe von Frauen und Männern, die sich eine Zukunft in der Kindertagespflege aufbauen wollen. Sie sind erreichbar unter Tel. 04841 67-565 oder per E-Mail unter annafranziska.woile@nordfriesland.de.


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