Ab Pfingsten fährt er wieder: Der Nordseetörn, die erste
auf die Bedürfnisse von Urlaubsgästen und Ausflüglern zugeschnittene
Busverbindung zwischen Ferienzentren in Nordfriesland und Dithmarschen. »Wir
haben die Linienführung und die Fahrzeiten überarbeitet, um den Nordseetörn
nach erfolgreicher ersten Saison noch attraktiver zu machen«, erläuterte
Michael Kierek, Geschäftsführer der Verkehrs- und Tarifgemeinschaft
Nordfriesland Regional, in einem Pressegespräch im Husumer Kreishaus. Die
Kreisstadt Heide und Westerhever wurden zusätzlich aufgenommen. »Gerade
Westerhever mit seinem bundesweit bekannten Leuchtturm gehört zu den attraktivsten
Ausflugszielen an der Westküste und wird uns eine ganze Menge neuer Fahrgäste
bringen«, hofft Kierek.
Statt an vier Tagen pro Woche fährt der Bus in diesem Jahr nur noch sonnabends und sonntags. »Unter der Woche wurde das Angebot zu wenig angenommen«, bilanziert der Verkehrsfachmann des Kreises Nordfriesland, Heiko Tiedemann. »Deshalb konzentrieren wir uns jetzt auf die Tage, an denen wirklich Bedarf vorhanden ist.« Die Buslinie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Busunternehmern und Kreis.
Die Bedeutung der Buslinie unterstreicht Werner Domann, der Marketingleiter des Tourismus-Service-Centers von St. Peter-Ording. Er ermuntert alle Vermieter, Fahrradverleiher und anderen touristischen Dienstleister, sich bereits jetzt mit den druckfrischen Nordseetörn-Prospekten einzudecken, um sie ihren Gästen schon im Vorfeld der Saison anbieten zu können. Erhältlich sind die Faltblätter in den Tourismusbüros in Husum, Friedrichstadt, Tönning, Garding und St. Peter-Ording.
Die Prospekte beschreiben die Attraktionen, die den Fahrgast in den mehr als 30 Stationen entlang der Strecke erwarten. Kurze Beschreibungen der Orte werden um Hinweise auf Museen, Ausstellungen, Kulturstätten, historische Bauwerke und Freizeiteinrichtungen ergänzt. Auch Plakate sind vorhanden; ein Internetauftritt ist in Vorbereitung.
»Dieses Projekt ist ein weiterer Beleg dafür, wie viel man erreichen kann, wenn mehrere an einem Strang ziehen«, freut sich Landrat Dr. Olaf Bastian über die bislang erfolgreiche Zusammenarbeit. Er weist darauf hin, dass die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen sich in ihrem deutschlandweiten Marketing gemeinsam als »Nordsee Schleswig-Holstein« positionieren. »Die Urlaubsgäste interessieren sich nicht für Kreisgrenzen, sondern nehmen uns als Einheit wahr«, erläutert Bastian und zieht daraus die Folgerung: »Die Zusammenarbeit der touristischen Akteure aus beiden Kreisen muss weiter intensiviert werden. Der NordseeTörn ist ein wichtiger Schritt, dem nun weitere folgen müssen.«
Bereits in seinem ersten Betriebsjahr 2004 hatte der NordseeTörn über
2.000 Fahrgäste zu verzeichnen. Außerdem wurde die Buslinie mit
dem Preis des öffentlichen Personennahverkehrs in Schleswig-Holstein
ausgezeichnet. Das grundlegende Konzept ist deshalb auch unverändert
geblieben: Nach wie vor besteht der Nordseetörn aus einer »blauen
Linie« südlich und einer »roten Linie« nördlich
der Eider, die am Eidersperrwerk eine Umsteigemöglichkeit bieten. Die
Busse pendeln in der Hauptferienzeit von Mitte Mai bis Anfang September zwischen
Husum und Heide und den Nordseeheilbädern St. Peter-Ording und Büsum.
Sie verbinden gefragte Urlaubszentren und Ausflugsorte, die bisher schwer
oder gar nicht mit dem ÖPNV erreichbar waren. Das Angebot richtet sich
in erster Linie an Ausflügler.
Weil alle eingesetzten Busse Fahrradanhänger mitführen, ist es für Radfahrer besonders attraktiv. Auch optisch fallen die NordseeTörn-Busse auf: Ihre äußere Gestaltung mit gezeichneten Windrädern und typischen Bauten der Region zieht die Blicke auf sich.
Die Europäische Union unterstützt den »NordseeTörn« durch Mittel aus dem Förderprogramm »Leader Plus«. Rund 110.000 Euro fließen über einen Zeitraum von vier Jahren aus der EU-Kasse in die Buslinie. Den Rest finanzieren die beiden Kreise und die Verkehrsgemeinschaften in Nordfriesland und Dithmarschen. Ziel ist es, den »NordseeTörn« so zu etablieren, dass er sich dauerhaft selbst finanziert.
Pressemitteilung Kreis Nordfriesland v. 16.2. 2005
Autor: Hans-Martin Slopianka, 016.02.2005
Quelle: Amt für Recht, Verkehr und Europa