Die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg
und die Stadt Flensburg
dehnen ihre Zusammenarbeit auf immer weitere Felder aus. Davon konnten
sich die Mitglieder der Hauptausschüsse der drei Gebietskörperschaften
in ihrer ersten gemeinsamen Sitzung unter der Leitung von Jörg Friedrich
von Sobbe am 24. Mai im Husumer Kreishaus überzeugen. Als Beispiele
wurden der Datenschutz, die Informationstechnologie, die
Eingliederungshilfe und gemeinsame Personalschulungen genannt.
Einen großen Schritt voran kam die Bildung einer
gemeinsamen Rettungsleitstelle für den gesamten Norden: Einstimmig empfahlen
die drei Ausschüsse ihren Kreistagen, die Koordinationsstelle für
Rettungseinsätze ab 2009 in Harrislee anzusiedeln. »Die Zusammenlegung
der bislang drei Leitstellen führt zu jährlichen Einsparungen von
rund
480.000 Euro und 8,5 Planstellen«, erläuterte der Landrat des Kreises
Schleswig-Flensburg, Bogislav-Tessen von Gerlach, und wies darauf hin,
dass der Landesteil Schleswig sich als erste Region in Schleswig-Holstein
auf einen Standort geeinigt hat. »Durch die
Neuorganisation können wir die nächtliche Rufbereitschaft ab 2009
mit zwei statt, wie bisher, mit jeweils einem Mitarbeiter besetzen. Unsere
Dienstleistung wird durch die Kooperation also nicht nur
kostengünstiger, sondern auch noch qualitativ besser«, freute sich
sein
nordfriesische Kollege Dr. Olaf Bastian. Als Organisationsform wird eine
schlanke Zweckverbandslösung angestrebt.
Auch im Bereich Regionalentwicklung wird es eine neue, gemeinsame Struktur
geben: Die drei Partner arbeiten an der Gründung einer übergreifenden
Entwicklungsagentur. Sie soll für die Koordinierung von
Förderprogrammen zuständig sein und die Zusammenarbeit mit den dänischen
Kommunen vorantreiben. »Wir verstehen uns als deutsch-dänischer
Wirtschaftsraum, der Unternehmen zahlreiche Standortvorteile bietet«,
erläuterte der Flensburger Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner.
»In der Entwicklungsagentur wollen wir, möglichst gemeinsam mit
der IHK,
verschiedene Aufgaben bündeln, die zurzeit noch getrennt bearbeitet werden.
Weil wir eine Regionalentwicklung aus einem Guss anstreben, müssen wir
für möglichst reibungslose Abläufe sorgen.«
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Der Schleswig-Flensburger Kreispräsident Johannes Petersen erläuterte die Fortentwicklung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit nach der Kommunalreform in Dänemark. Er stellte heraus, dass die Region Sønderjylland-Schleswig mit den dänischen Grenzkommunen als neuen Partnern in dem bisherigen Gebiet bewahrt werde.
Außerdem berieten die Hauptausschüsse
über die Vertretung der deutschen
Interessen im grenzüberschreitenden Regionalrat sowie eine verstärkte
Kooperation im sozialen Bereich und beschlossen, eine gemeinsame
Resolution an die Landesregierung zu den geplanten kommunalen Verwaltungsregionen
zu formulieren.